Das große Dashainfest in Nepal

Das Dashainfest wird als größtes, 15-tägiges Hindufest überall in Nepal gefeiert. Die Bauern sind glücklich über die zuvor eingebrachte Ernte und segnen sich mit Tikkas aus rotgefärbten Reis. Alle Nepalesen versuchen zu diesem Fest bei ihrer Familie zu sein, wo auch immer in der Welt sie sich gerade aufhalten. Alle Familienmitglieder vergessen in diesen beiden Wochen alle Sorgen und Ängste des Alltags. Verlässt man auf den aus Bambus und Kokosseilen gebauten Schaukeln beim Abschwingen den Boden, so wird gesagt, werden alle schlechten Gefühle davongetragen und durch neue lebensspendende Emotionen ersetzt. Auch das Steigenlassen von Papierdrachen ist eine schöne Tradition zum Dashainfest. Überall im Land wird Durga Bhawani in Tempeln verehrt.

 

Am 7. Tag des Festivals Dashain (Phulpati, 05.10.19) praktizieren die Gläubigen eine Puja, bei der die Göttin um Vergebung für die Sünden gebeten wird. Die Familie soll mit Frieden und Wohlergehen gesegnet werden.  Einem langen Menschenzug folgend wird dieser Tag in Kathmandu fröhlich gefeiert, die Menschen tragen traditionelle Kleidung und Kostüme und transportieren Blumen, Bananenstengel und Zuckerrohr in einem roten Tuch. Diese Gaben werden der Göttin Durga geopfert und vom Gorkha Durbar in den alten Königspalast gebracht. Tanzend und von einer Musikkapelle begleitet ziehen die Nepalesen durch die Stadt bis der Tag mit einer Millitärparade im Hanumandhoka, dem alten Königsplalast endet.

 

Der 10. Tag, Viyaya Dashami stellt den wichtigsten Tag im Dashain dar. König Ram Chandra konnte seine Frau Sita an diesem Tag nach der Entführung aus den Händen des Königs Rawan befreien, nachdem er der Göttin Durga Bhawani neun Tage lang huldigte. Eine Puppe, die König Rawan symbolisiert wird an diesem Tag verbrannt, was den Sieg des Guten über das Böse verdeutlicht. An diesem Tag des Festivals wird Prasad (was den Frieden bringt) – Lebensmittel, Tulsi, Blumen sowie Vibhuti, die heilige Asche - geopfert.

 

Dämonen (Asuras =dämonische Wesen) die sehr stark geworden waren, versuchten den Himmel zu erobern. Einer dieser Asuras war Mahishasur. Er hatte die Gestalt eines Bullen, grau und sehr stark. Auf der Erde richtete er große Verwüstungen an. Die Asuras griffen die Devas (Halbgötter und Götter) an und vertrieben sie aus dem Himmel. Die Welt brach unter Mahishasura`s Grausamkeit zusammen. Darauf hin vereinigten alle Gottheiten ihre Energie.  Die “Trimurti“ Götter Brahma, Shiva und Vishnu entließen aus ihren Mündern ein machtvolles “Lichtband“ und schufen so eine junge und schöne Jungfrau mit 10 Händen. Außerdem rüsteten sie diese Jungfrau mit speziellen Waffen aus. Die so geformte Shakti (weibliche Urkraft die aktive Energie darstellt) wandelte sich in die Form der Göttin Durga. Ihr Reittier ist ein Löwe. Durga Bhawani kämpfte gegen Mahishasur. Diese Schlacht dauerte 9 Tage und Nächte. Am 10. Tag wurde der Dämon von Durga besiegt und getötet.

 

Behörden haben während des Dashainfestes 7 Tage geschlossen, was wichtig zu beachten ist, falls man also Trekkinggenehmigungen oder Visaverlängerungen einholen möchte.

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